Grüßen erwünscht


„Wunderschönen guten Morgen“ – mit diesem freundlichen Gruß fängt der Tag doch gleich gut an. Der respektvolle Umgang mit Kollegen ist Teil einer guten Unternehmenskultur. Diese Erkenntnis ist auch bei OSRAM nicht neu, wie unser Fundstück aus dem Archiv zeigt: Im Jahr 1986 wurde dazu sogar ein eigener Arbeitskreis gegründet. Sein Thema: Eine Grußordnung. Was damals ein Pilotversuch war, liest sich aus heutiger Sicht schon fast wie eine Satire.

Grundlegend ist zwischen Grußrecht und Grußpflicht zu unterscheiden. Grußrecht genießen dabei Vorgesetzte gegenüber Mitarbeitern, Damen vor Herren und ältere Mitarbeiter vor jüngeren. Dem Wortsinn entsprechend kann das Grußrecht ausgeübt werden, muss aber nicht. Der Grußpflichtige hingegen grüßt grundsätzlich – und zwar abhängig von der Tageszeit:

  • Bis 10 Uhr: „Guten Morgen“
  • 10 bis 11 Uhr: „Guten Tag“
  • 11 bis 14 Uhr: „Mahlzeit“ (leichte Neigung des Oberkörpers)
  • 14 bis 16 Uhr: „Guten Tag“
  • 16 bis 18 Uhr: „Auf Wiedersehen“
  • In der Winterzeit nach 17 Uhr: „Guten Abend“

Bei bestimmten Wetterlagen – etwa bei strahlendem Sonnenschein – darf gerne auch mit „Wunderschönen guten Morgen/Tag/Abend“ gegrüßt werden. Und zu Weihnachten, Neujahr und Ostern gibt es selbstverständlich eigene Grußvorschriften. Auch auf Toiletten muss uneingeschränkt gegrüßt werden – nur über die Mittagszeit bitte nicht mit „Mahlzeit“. Eine Ausnahme: Der Grußberechtigte kann dem Grußpflichtigen zu verstehen geben, dass sich ein Gruß erübrigt – beispielsweise dann, wenn sich beide zum dritten Mal am Tag begegnen. In allen anderen Fällen können Grußpflichtige nur durch ein amtsärztliches Attest von der Grußpflicht entbunden werden.

Ob die Regeln genau so einge­halten wurden? Das ist nicht überliefert. Sicher ist nur, dass es glücklicherweise bei einem Pilotversuch geblieben ist. Denn heute wissen wir bei OSRAM: Kultur kann nicht verordnet werden. Sie wird von jedem Einzelnen von uns gelebt.


Hier findest Du die gesamte Grußordnung von 1986. Schmunzeln erwünscht!