Die digitalen ­Chancen


In Zeiten von Digitalkameras und Bildbearbeitung wird ein technisches Verständnis immer wichtiger. Moderne Fotografie macht im Grunde jeden zum Fotografen, aber eines funktioniert eben nicht auf Knopfdruck: der geschulte Blick und die Idee hinter einem Motiv.

Das Handwerk meines Berufs hat sich durch die Digitalisierung stark verändert. Damit meine ich vor allem die Fotografie selbst, aber ich kann auch flexibler und schneller auf Kundenwünsche reagieren.

Nick Ballon (geb. 1976) ist ein international renommierter Fotograf. Für Prisma hat er das Titelbild und die Titel­geschichte fotografiert.

Chemische Bäder und Dunkelkammer – damit arbeitet nur noch eine winzige Gruppe professioneller Fotografen. In Zeiten von Digitalkameras und Bildbearbeitung wird ein technisches Verständnis immer wichtiger. Moderne Fotografie macht im Grunde jeden zum Fotografen, aber eines funktioniert eben nicht auf Knopfdruck: der geschulte Blick und die Idee hinter einem Motiv. Die einzigartige Perspektive ist der Schlüssel – ob analog oder digital. Für meine privaten Projekte benutze ich häufig die analoge Kamera, während bei meinen Aufträgen meist eine mittelgroße Digitalkamera zum Einsatz kommt. Beide Techniken haben ihren Reiz, aber ab einem bestimmten Punkt wird Fotografie heute immer digital, spätestens bei der Bildbearbeitung. Diese setze ich bewusst sparsam ein, aber sie hilft mir mein Handwerk zu perfektionieren. Hauptsächlich passe ich Farben an. Ich bevorzuge gedämpfte Farbtöne und eher schwache Kontraste. Mit einer stimmigen Farbpalette kann ich ganz unterschiedliche Motive, etwa Landschaften, Porträts oder Stillleben zu einem Ganzen verbinden.

Die Digitalisierung hat die Welt in fast allen Bereichen revolutioniert. Das heißt aber nicht, dass sie alles Alte einfach ersetzt. Oft bietet sie ganz neue Möglichkeiten: Sie macht die Dinge für den Menschen einfacher und ermöglicht die Kommunikation untereinander.

Ihr
Nick Ballon