Agil in den digitalen Vertrieb


Die Teams von „Next Generation Sales (NGS)“ nutzen die Vorteile agiler Methoden: Kundenfokus, Flexibilität und Teamgeist.

Bereichsübergreifende Projektarbeit ist aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Doch die klassischen Methoden der Projektarbeit reichen heute nicht mehr aus, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Agilität heißt das Zauberwort. In verschiedenen Projekten hat OSRAM bereits Erfahrung mit agilen Methoden gesammelt. Im Rahmen von NGS kommen sie nun unternehmensübergreifend zum Einsatz, um den Vertrieb weiter zu digitalisieren.

Ehrliches Feedback

Der Kunde ist König – so ein altes Vertriebscredo. Agile Methoden helfen heute, diesem Anspruch gerecht zu werden: Bei der Entwicklung der neuen digitalen Vertriebstools stellen sie sicher, dass die Anforderungen der Kunden und Nutzer die Marschrichtung vorgeben. Welche Funktionalitäten erwartet er, was bringt wirklichen Mehrwert? „Im agilen Projektmanagement wird der User permanent miteinbezogen und bekommt stetig ­Zwischenergebnisse, die ihm den Projektstatus verdeutlichen“, erläutert Sabine Dachs, Scrum-Masterin von NGS. Für die Kundenpflege (CRM) sind dies etwa die Vertriebsmitarbeiter, die später effektiv mit dem CRM-Tool arbeiten werden. „Nur so erhalten wir fundiertes Feedback, das uns voranbringt“, sagt Sabine Dachs.

Agile Coaches unterstützen

Als erster Meilenstein sind für den Herbst 2019 sogenannte Minimal Viable Products gesetzt. Dabei handelt es sich um erste Minimalversionen der späteren Systeme, die mithilfe des Feedbacks von Kunden und Nutzern fortlaufend angepasst und verbessert werden. Diese Flexibilität ist ein Grundelement agilen Arbeitens. Schritt für Schritt nähert man sich der finalen Lösung an und nutzt immer wieder die Möglichkeit, bisherige Entwicklungen zu überprüfen und das System auf Basis des Feedbacks bis hin zum fertigen Produkt zu adaptieren.

Um agil zu arbeiten, müssen sich die Teams von bisherigen Prozessen und Herangehensweisen lösen. Unterstützung erhalten sie dabei von Agile Coaches. Zwölf Kollegen aus allen ­Unternehmenseinheiten sowie aus zen­tralen Funktionen sind bei OSRAM ­bereits als Agile Coaches ausgebildet und ­begleiten Teams, die mit agilen ­Projekten durchstarten wollen.

„Agilität lebt vom Teamspirit und von einer ganz neuen Art der Zusammenarbeit.“ Sabine Dachs, Scrum Master NGS

Kein Masterplan

Es geht um mehr als die Anwendung agiler Methoden wie beispielsweise Scrum (siehe Infokasten). Agiles Arbeiten ist auch eine Frage von Werten, wie ­Sabine Dachs betont: „Agilität lebt vom Teamspirit und von einer ganz neuen Art der Zusammenarbeit.“ Während im klassischen Projektmanagement Arbeit ins Team gebracht und auf Anweisung verteilt wird, arbeiten agile Teams ­selbstgesteuert. Dies erfordere anfangs eine hohe Eigenmotivation, setze aber auch starke Dynamiken frei, wie die Scrum-Masterin begeistert erzählt: „Man sieht, wie das Team wächst und gleichzeitig sehr produktiv und effizient wird.“

Der Zuspruch aus den Teams ist durchweg positiv. Die Neugier, etwas Neues auszuprobieren, überwog die Skepsis oder Unsicherheit gegenüber den unbekannten Methoden – eine gute Voraussetzung für nachfolgende agile Projekte bei OSRAM. Wie agil wir in einigen ­Jahren sein und arbeiten werden? Einen Masterplan gibt es dafür nicht. Die ­Zukunft von OSRAM wird sich selbst agil entwickeln, davon ist Sabine Dachs überzeugt: „Agilität ist ein Prozess, bei dem wir uns langsam vorantasten und unseren eigenen Weg finden ­müssen.“ Der erste Schritt ist getan.

SCRUM FÜR EINSTEIGER

Scrum ist eine von verschiedenen Methoden im agilen Projektmanagement und stammt aus der Softwareentwicklung. Bei Scrum arbeiten Teams in kurzen Projekteinheiten, sogenannten Sprints.

Im Scrum-Prozess gibt es drei zentrale Rollen:

Der Product Owner ist der Stell­vertreter für die Anwender oder Nutzer; er vertritt ihre Anforderungen und ­Bedürfnisse an das Produkt.

Das Scrum-Team besteht aus maximal neun Mitgliedern und setzt sich je nach Projektanforderungen zusammen. Einen Projektleiter gibt es nicht.

Der Scrum-Master begleitet und unterstützt das Team als Moderator und stellt sicher, dass die Prozesse und Regeln gut eingehalten werden können.

Der Begriff Scrum stammt übrigens aus dem Rugby und bedeutet „dichtes Gedränge“. Dieses entsteht, wenn sich viele Spieler um den Ball tummeln.