Die Mission immer im Blick


Karl Gabl (70), österreichischer Meteorologe und Bergsteiger, unterstützt Höhenbergsteiger weltweit auf ihren Expeditionen mit kostenlosen Wetterprognosen.


Bei meinen Expeditionen habe ich mich nie entmutigen lassen. Auch nach Niederlagen bin ich immer wieder in die Berge zurückgekehrt. Genauso hartnäckig verfolge ich meine Mission. Ich habe schon 25 Freunde und Bekannte durch den „weißen Tod“ in den Bergen verloren – vor diesem tragischen Schicksal möchte ich möglichst viele Menschen bewahren. Dazu teile ich meine Erfahrungen und sorge mit meinen Wetterprognosen dafür, dass Expeditionsteilnehmer ihre große Tour – und damit auch die Erfüllung ihrer Träume – überleben. Auch jetzt noch als Rentner mit 70 Jahren helfe ich per telefonischer Beratung.

 

Als Bergsteiger kann ich natürlich die magische Anziehungskraft der großen Gipfel nachvollziehen. Das Naturerlebnis stand auch für mich immer im Vordergrund. Und ich bin stolz, wenn ich zurückblicke: Auf die erste Tiroler Hindukusch-Expedition des Alpenklubs Innsbruck zum Beispiel, an der ich 1970 teilgenommen habe. Wir sind auf 7.492 Meter hinauf gestiegen und auf Skiern wieder heruntergefahren. Das war elf Jahre lang der Höhenrekord für den höchsten Skitourengipfel. Später war ich Expeditionsleiter bei Touren im Himalaya – und habe im Alter von 66 Jahren noch einen 7.000er erklommen. Ich denke, das Schicksal lässt sich nicht planen, aber man kann sich vorbereiten und der Natur mit Demut begegnen. Das versuche ich auch heute noch den Bergsteigern mitzugeben. Sie könnten alle meine Söhne und Töchter sein. Deshalb ist meine Mission, alles zu geben, um Gefahren von ihnen abzuwenden.

 

Ihr Karl Gabl