„Das Potenzial ist riesig“


Steht die Zukunft tatsächlich im Zeichen von Industrie 4.0? Wie verändern neue Technologien das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine? Ein Gespräch mit Herbert Jenik von Corporate Innovation.

DREI FRAGEN AN … Herbert Jenik

Industrie 4.0 beschreibt die Verschmelzung von industrieller Produktion und digitaler Technik. Warum ist das für OSRAM so interessant?

Jenik: Das Potenzial von Industrie 4.0 ist für einen Konzern wie OSRAM groß. Wir können unsere Produktivität damit erheblich steigern, Abläufe in der Fertigung effizienter gestalten und Ressourcen intelligenter einsetzen. Egal, ob es um den Einsatz von Personal, die Wartung und Instandhaltung von Maschinen oder die Steuerung von Fertigungsprozessen geht: In all diesen Bereichen profitieren wir von der intelligenten Vernetzung von Systemen und auch von Daten, die jederzeit verfügbar sind. Deshalb treiben wir die Entwicklung mit verschiedenen Projekten intensiv voran. Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, führt kein Weg an Industrie 4.0 vorbei.

 

Hillsboro, Berlin, Herbrechtingen: An mehreren Standorten wird bereits mit Methoden der Industrie 4.0 gearbeitet. Wie sieht das konkret aus?

Jenik: Wir erfassen immer mehr produktionsrelevante Daten, auch von den bestehenden Anlagen. Durch die Vernetzung der einzelnen Systeme stehen uns diese Informationen dann in Echtzeit zur Verfügung. Mithilfe eines Fertigungsmanagementsystems können wir so schließlich die Fertigungsabläufe präziser steuern und transparenter gestalten. Es gibt aber noch weitere Beispiele für Industrie 4.0 bei OSRAM: unter anderem den Einsatz von kollaborativen Robotern in Hillsboro – also Robotern, die gemeinsam und gleichzeitig mit Mitarbeitern an einem Arbeitsplatz aktiv sind. Ebenso die Nutzung der sogenannten „Predictive Maintenance“-Methoden, also der vorausschauenden Wartung und Instandhaltung der Maschinen in Herbrechtingen. Oder auch den innovativen Ticket-Manager, der in der modularen Fertigung von Xenon-Autolampen in Berlin zum Einsatz kommt.

 

Was ist ein Ticket-Manager?

Jenik: Ziel ist es, dass unsere Mitarbeiter möglichst optimal arbeiten können. Dazu erhält jeder Mitarbeiter ein mobiles Endgerät, vergleichbar mit einem Smartphone. Der Ticket-Manager sorgt für eine Zuordnung der Aufgaben direkt an den zuständigen Mitarbeiter. Bei einem Fehler an einer Maschine, wird der zuständige Facharbeiter automatisch informiert. Sollte er das Problem nicht lösen können, sieht er, welche Spezialisten gerade verfügbar sind, und kann diese über das System anfordern. Über den Ticket-Manager können alle Ereignisse nachverfolgt werden: Störungen an Maschinen und auch außergewöhnliche Prozesswerte. Letztlich geht es darum, immer den richtigen Mitarbeiter an der richtigen Stelle einzusetzen und damit den Gesamtprozess flüssiger zu gestalten.

Insgesamt können wir sagen, dass die Werke mit den ersten Ergebnissen unserer Aktivitäten im Bereich Industrie 4.0 sehr zufrieden sind.