Eine Frage der Haltung


Die Digitalisierung ist mehr als bloß eine neue Technologie. Sie ist die Zukunft unseres Unternehmens.

„Wenn die Pariser Weltausstellung vorbei ist, wird das elektrische Licht ausgehen und wir werden nie mehr davon hören!“ Schon lange vor dem digitalen Zeitalter hat mangelnde Visionskraft zu Fehlprognosen geführt. Ende des 19. Jahrhunderts war es der Oxford-Professor Erasmus Wilson, der in einer neuen Technologie kein Potenzial sah. So kann man sich irren.

Heute nehmen wir die Einführung des elektrischen Lichts ganz selbstverständlich als einen der größten Fortschritte der Geschichte wahr. Ebenso ist auch die Digitalisierung als große Chance zu begreifen. Sie eröffnet neue Geschäftsmodelle und massive Wachstumsmöglichkeiten. Industrie 4.0, der Automobilbereich und die Unterhaltungselektronik setzen immer stärker auf intelligente Sensorik. Das Marktpotenzial von LED- und Infrarot-Technologie ist enorm.

„Um von der Digitalisierung zu profitieren, müssen wir den technologischen Fortschritt in neue Geschäftsmodelle übersetzen und schnell zum wirtschaftlichen Erfolg führen. Es geht darum, mutig zu sein und den Wandel als Chance zu begreifen.“ Dr. Olaf Berlien, CEO OSRAM

Die Gunst der Stunde ist jetzt. Um sie zu ergreifen, müssen wir entschlossen, aber auch schnell handeln. Die Digitalisierung ist keine Bummelbahn, sondern ein Hochgeschwindigkeitszug. Wer nicht beschleunigt, riskiert, den Anschluss zu verpassen. Das heißt auch mal gewohnte Gefilde zu verlassen oder sogar mit Traditionen zu brechen – auch, wenn es schwerfällt.

Mit dem Weg vom reinen Lichthersteller zum Hochtechnologieunternehmen wandelt sich auch unser Wettbewerb. Start-ups mischen den Lichtmarkt auf, machen ihn kleinteiliger, komplexer und dynamischer. Wir sollten die jungen Wilden aber nicht fürchten, sondern sie als Chance begreifen. Wir können von ihnen lernen und sie als Marktöffner nutzen, um gemeinsam die Akzeptanz für neue Ideen auch in konservativen Märkten zu erhöhen. Dafür ist es wichtig, eigene Visionen zu entwickeln und agil zu bleiben.

„Die Digitalisierung eröffnet neue Anwendungen und Märkte für OSRAM. Um diese Chancen zu nutzen, müssen wir lernen, auch die Risiken auszuhalten.“ Dr. Johannes Ihringer, Leiter Digital Project Office Corporate Strategy

Neue Technologien sind dafür essenziell, aber nicht genug. Die Digitalisierung ist mehr als Technologie. Sie ist eine Frage der Haltung und will gelebt werden. Auch unsere Unternehmenskultur wird sich mit ihr verändern. Dies erfordert Innovationsbereitschaft von jedem Einzelnen. Aufgabenfelder und Arbeitsprozesse werden sich weiter wandeln. Wir müssen uns von gewohnten Routinen verabschieden und bereit sein, Neues zu wagen. Inbegriffen die Möglichkeit, auch einmal zu scheitern.

„Die digitale Welt ist enorm schnelllebig. Was heute gilt, kann morgen längst veraltet sein. Schnelligkeit und Flexibilität sind unglaublich wichtig, um Schritt halten zu können.“ Petra Ehmann, Strategic Partner Development Manager bei Google

Die Aufnahme neuer digitaler Geschäftsfelder in unsere Unternehmenssatzung ist ein klares Signal: Wir verändern uns weiter. In den kommenden Jahren werden wir digitale Produkte und Services entwickeln. Und dafür brauchen wir auch neue Formen der Zusammenarbeit – intern wie extern.

In den einzelnen Business Units sind bereits Initiativen und Projekte gestartet. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres sollen ihre Erkenntnisse zu einer übergreifenden Digitalstrategie für OSRAM gebündelt werden. Wir sind gut aufgestellt, um massiv von der Digitalisierung zu profitieren. Derzeit stehen wir noch am Anfang, der genaue Weg wird sich noch herauskristallisieren. Aber wir sind bereit, ihn erfolgreich zu gehen.

„Ein Digital Leader muss heute schon wissen, was der Markt von morgen erwartet. Und er muss bereit sein, auch mal Fehler zu machen und aus diesen zu lernen.“ Jens Kottsieper, Technical Solution Professional bei Microsoft

Di|gi|ta|li|sie|rung, die

Ursprünglich bezeichnet die Digitalisierung die Überführung von Informationen von einer analogen in eine digitale Speicherform. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts wird der Begriff genutzt, um die Veränderung durch disruptive digitale Technologien zu beschreiben. Autonomisierung, Flexibilisierung, das „Internet der Dinge“ und Industrie 4.0 sind hierfür wichtige Stichwörter. Häufig verwendete Synonyme sind die vierte industrielle Revolution oder die digitale Transformation.